Womit mache ich Musik? Ein kleiner Info-Blog, da ich mehrfach von Hörern dazu befragt werde.

04.03.07, 22:09:14 von musikohnefilm
Liebe Hörer von MUSIK OHNE FILM,

immer wieder erreichen mich Mails von Hörern, die mich fragen, wie ich eigentlich meine Musik produziere. Da eine "Making of MOF" - Ausgabe noch ein wenig auf sich warten lassen wird hier eine Kopie einer Mail, die ich Hörer Sebastian geschickt habe. Vielleicht klärt das einige Eurer Fragen.

TEXT:

Vielen Dank für Deine liebe Mail und das Lob. Tut sehr gut! :-)

Die Audiofassung von der Sendung kino.de ist bereits online, findest Du unter www.derfilmpodcast.de!

Zur Produktion:

Ohne Geld zu investieren geht es nicht. Aber nicht verzagen, für erste Schritte braucht man nicht gleich dieselbe Software wie Hans Zimmer zu besitzen. Ich bin überzeugter Apple-Nutzer. Dadurch habe ich den Vorteil, dass Apple kostenlos mit seinem Betriebssystem die Software Garageband anbietet, ein sehr vielseitiges Sequenzer mit sehr gut klingenden Instrumenten...für lau. Natürlich braucht man dafür einen Mac...aber so verrückt es klingt, ich würde fast jedem, bevor er viel Geld in irgendwas investiert, zum Kauf eines Mac iBooks raten, da ist Garageband mit drauf...und es kostet rund 1000 Euro. Man bekommt einen rundum tauglichen Labtop und einen guten Sequenzer dazu...und tritt irgendwann endlich von Windows zurück und dem Mac-Lager bei... :-)

OK, in Sachen Software benutze ich Apple´s Logic Express (deren prof. Sequenzer), welches mit sehr guten Software-Instrumenten kommt. Ich benutze fast ausschließlich Software-Instrumente, die Eingabe erfolgt über ein USB-Keyboard. Als einziges Hardware-Instrument kommt hin und wieder mein Access Virus indigo zum Einsatz. Ansonsten reichen mir Software-Instrumente aus.
Das PC-Equivalent zu Logic ist Cubase von Steinberg. Wird von sehr vielen Profimusikern favorisiert...mir war es immer nicht intuitiv genug. Aber das muß man einfach ausprobieren. Gibt da günstige Einsteigerversionen schon für ca. 170 Euro. Schau mal hier:

http://www.thomann.de/de/steinberg_cubase_se_3.htm

Wie gesagt, bei Cubase bin ich kein Spezialist, aber die ganzen Sequenzer funktionieren alle ähnlich. Es gibt auch von solchen Sequenzer-Applikationen meistens Spezialausgaben, sog. SEs, die dann noch billiger sind für Leute, die das Programm erst kennenlernen wollen. Am besten einfach mal in ein Musik-Geschäft Deiner Wahl gehen und ganz einfach sagen, dass Du mit dem Musikmachen am PC beginnen willst, kein großes Budget hast und erstmal keine großen Effektprozessoren etc. brauchst, sondern eben ein PC-Äquivalent zu Apple´s Garageband. Da jibbet sicha watt!

Du brauchst natürlich auch gewisse Rechenpower und genügend Speicherplatz. Ein Intel-Prozessor mit flotter Taktung sollte es schon sein, unter 1,2 Gigaherz würde ich da nicht anfangen. Alles drunter macht keinen Spaß... Aber ich bin in der PC-Welt nicht mehr zugegen, deswegen sind 1,2 GHz wahrscheinlich schon Schnee von gestern und Dein PC ist von Hause aus viel flotter. WIndows XP jedenfalls macht bei der Musikproduktion eigentlich keine Zicken, haben mir andere Musiker gesagt.
Was brauchst Du also?

Eine Sequenzer-Software!

Ein USB-Keyboard zur Eingabe - Vorschlag siehe hier:

http://www.thomann.de/de/m-audio_keystation_49e_usbmidikeyboard.htm

Ein Audio-Interface oder eine Audio-Recording-Karte für den Rechner. Wenn Du am PC Gesang aufnehmen willst, reicht Deine Soundkarte im Rechner nicht aus. Dafür gibt es externe Lösungen, sog. Audio-Interfaces (gibt´s mittlerweile sehr sehr geile Sachen, die einfach per USB oder Firewire angeschlossen werden und Anschlüsse für prof. Mikros, Gitarren, Keyboards oder andere Audioquellen wie z.B. CD-Player bieten). Diese Interfaces sind sozusagen der Ersatz für eine gute Musiksoundkarte, mit der Du dann Deine Töne im Rechner digitalisiert bekommst. Das Ganze kann man auch per eingebauter Karte hinkriegen...aber ich habe es immer gehaßt meinen PC (ja, hatte auch einen früher) aufschrauben zu müssen. Außerdem sind externe Audio-Interfaces auch ideal, wenn man mit dem Labtop arbeitet. Für Sprach- und Gesangsaufnahmen sind sie unerläßlich. Hier meine Empfehlung, weil Preis-Leistungsverhältnis bisher ungeschlagen ist:

http://www.thomann.de/de/edirol_ua4fx.htm

Gibt aber auch da billigere Varianten. Willst Du erstmal nur mit Softwareintstrumenten arbeiten, dann kannst Du damit noch warten. Aber merke: Solche Audio-Interfaces kommen meistens im Bundle mit einer anständigen Sequenzer-Software...und die brauchst Du sicher. Da kann man für einen guten Preis zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Oft lassen die Musikgeschäfte auch mit sich handeln. Habe mir damals z.B. ein Audio-Interface gekauft und für 50 ? obendrauf bekam ich eine Spezial-Version von Cubase - voll funktionsfähig mit maximal 80 Spuren (kriege ich nie voll, da müßte ich schon den Score für TITANIC produzieren). Also, sowas kann durchaus sein. Also einfach mal bei Gitarren-Günther in desse Computer- und Studioabteilung fragen gehen! Die, die dort arbeiten sind meist echt nett, selbst Musiker und meist selbst knapp bei Kasse, weil deren Band "Devil´s Eyeball" eben noch nicht so erfolgreich wie "Metallica" sind...(grins). Die wissen, wie man für wenig Geld tricksen und gute Sachen kriegen kann und sollten Dir nicht versuchen das Teuerste, Umfangreichste anzudrehen. Das ist jedenfalls meine Erfahrung! (Umtauschen ist bei Software so ein Problem, aber wie gesagt, es gibt auch DEMO-Versionen!).

Was brauchst Du noch?

Nun, es gibt natürlich eine Latte an Software-Instrumenten, die mit Logic, Cubase und anderen Sequenzer-Programmen wie Pro Tools etc. zusammenarbeiten. Das reicht vom Akustik-Bass über das Saxophon bis hin zu kompletten Orchestern. Ich benutzte bis vor kurzem auf meinem alten Mac diese Software namens Symphonic Orchestra Silver Edition:

http://www.thomann.de/de/east_west_symphonic_orchestra_silver_edition.htm

Leider habe ich nun einen neuen Mac mit Intel-Prozessor, und darauf läuft diese Software nicht mehr. Müßte dafür den Sampler des gleichen Herstellers kaufen für knapp 400 ?...äh ja, nicht jetzt!

Aber es gibt wie Du siehst für wenig Geld schon viel Sound.

Habe außerdem diesen Link gerade entdeckt, der Dir da vielleicht auch weiterhilft:

www.media-tipps.de/htms/home/Musik%20machen%20am%20PC/Musik%20machen%20am%20PC-%20Demo-Lektion2.pdf


Das Problem ist ein wenig, dass ich nicht weiß, wie groß Dein Budget ist, was für einen PC Du hast und dass ich eben Mac-User bin. Für die ist das etwas einfacher, weil die Macs von Hause aus auf Musik-Produktion ausgelegt sind.

Aber ich hoffe, das hat Dir ein wenig den Horizont erweitert.

Grüße und Danke für´s Zuhören und Weiterempfehlen meiner Musik (grins)

Dein Gregor Wossilus

Alle Kommentare RSS

  1. Alex sagt:
    Hallo Herr Wossilus,

    Hab mir das mal durchgelesen und mache selbst seit ein paar Monaten Musik unter anderem techo, HipHop und sogar eigene kleine Soundtracks. Benutze dabei die Software Fruity Loops und Vst Instrumente von Steinbeg und Linplug. Das Ganze unter
    Windows Xp. Windows macht schon manchmal (SELTEN) zicken aber das Programm ist so Stabil das sogar bei einem absturz das Projekt noch gespeichert werden kann. Ich finde es
    eine Beleidigung deren gegenüber die Behaupten Musik aus dem Computer ist 2 mal klicken und gut ist´s! Finde es aber immer wieder Stark wenn leute sagen ich mach Musik mit meinem Computer und nutze keine Samples so wie viele andere das tun. Ich wünsche
    allen die versuchen etwas auf die beine zu stellen VIEL VIEL VIEL ERFOLG DABEI!! UND HOFFE ES SETZT SICH DURCH! P.s wenn jemand interesse hat und ne halbe stunde zeit währe ein kurzer blick auf meine Werke werfen möchte... www.myspace.com/beatblackfire und www.mp3.de/home/code_blackclub... Ich
    Bedanke mich Herzlicht im vorraus für ´s reinhören... Schreibt mir doch per
    E-Mail was ihr so davon haltet ... alexander@royere.de

    P.s werde mir gleich mal Musik ohne Film anhören und bin schon jetzt gespannt darauf. Ich werde mich auch mal melden und etwas dazu sagen. Ich wünsche angenehme und ervolgreiche Tage!

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